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Naturnaher Garten: So fördern Sie Nützlinge und Artenvielfalt

Ein naturnaher Garten bietet zahlreichen Tieren Nahrung und Lebensraum. Viele von ihnen sind wertvolle Nützlinge und helfen dabei, Schädlinge auf natürliche Weise zu regulieren. Die IHK-geprüften Experten der Blatta GmbH zeigen, wie Sie mit einfachen Maßnahmen die Artenvielfalt in Ihrem Garten oder auf dem Balkon fördern können.

Biodiversitätsgarten mit Sonnenblumen und Insektenhotel

Naturnahe Gärten bieten Insekten, Vögeln und anderen Tieren wertvolle Nahrung, Rückzugsorte und Möglichkeiten zur Fortpflanzung.

Ein Garten ist weit mehr als Rasen, Beete und Terrasse. Selbst kleine Gärten können Lebensraum für zahlreiche Tiere sein. Insekten, Vögel, Igel, Spinnen und andere Gartenbewohner finden hier Nahrung, Verstecke, Brutplätze und Möglichkeiten zum Überwintern. Viele dieser Tiere sind gleichzeitig wichtige Nützlinge: Sie bestäuben Pflanzen oder helfen dabei, Populationen von Schädlingen auf natürliche Weise zu regulieren.

Die IHK-geprüften Experten der Blatta GmbH erklären, warum naturnahe Gärten für die Artenvielfalt so wichtig sind, welche Tiere uns bei der natürlichen Schädlingsregulierung helfen und wie Sie Ihren eigenen Garten oder Balkon mit einfachen Maßnahmen tierfreundlicher gestalten können.

1. Warum sind naturnahe Gärten wichtig für die Artenvielfalt?

In Deutschland gibt es mehrere Millionen Privatgärten. Hinzu kommen Kleingartenanlagen, Schulhöfe, Parkanlagen und andere begrünte Flächen in Wohngebieten. Zusammengenommen bilden diese Flächen ein großes Netz potenzieller Lebensräume für Pflanzen und Tiere.

Gerade in Städten können Gärten sogenannte „Trittsteinbiotope“ bilden. Dabei handelt es sich um kleinere Lebensräume, die voneinander getrennte größere Lebensräume miteinander verbinden. Insekten, Vögel und andere Tiere können sie zur Nahrungssuche, Fortpflanzung oder als Zwischenstation nutzen.

Allerdings bietet nicht jeder Garten automatisch eine große Artenvielfalt. Kurz geschorene Rasenflächen, stark versiegelte Grundstücke, Schotterflächen sowie eine geringe Pflanzenvielfalt bieten Tieren nur eingeschränkte Lebensbedingungen. Auch der Einsatz von Pestiziden oder eine sehr intensive Gartenpflege kann Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten reduzieren.

Ein naturnaher Garten setzt dagegen auf unterschiedliche Lebensräume: blühende Pflanzen, Hecken, Bäume und Sträucher, offene Bodenbereiche sowie kleine „wilde“ Ecken.

2. Warum braucht ein Garten Tiere?

Tiere brauchen Gärten – aber Gärten profitieren ebenso von ihren tierischen Bewohnern.

Insekten gehören zu den wichtigsten Akteuren. Wildbienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen bestäuben zahlreiche Blütenpflanzen. Diese Bestäubungsleistung ist auch für viele Obst- und Gemüsepflanzen von großer Bedeutung.

Andere Tiere regulieren Populationen auf natürliche Weise. Marienkäfer und ihre Larven ernähren sich beispielsweise von Blattläusen. Viele Vögel sammeln während der Brutzeit Raupen und andere Insekten, um ihre Jungen zu füttern.

Auch unter der Erde arbeiten zahlreiche kleine Helfer. Regenwürmer lockern den Boden und unterstützen dessen Durchlüftung und Nährstoffkreislauf.

Je vielfältiger die Lebensgemeinschaft eines Gartens ist, desto mehr solcher natürlichen Wechselwirkungen können stattfinden.

3. Was sind Nützlinge?

Als Nützlinge bezeichnen wir Tiere und andere Organismen, die aus menschlicher Sicht einen Nutzen erfüllen. Welche Arten von Nützlingen es gibt und wie sie bei der natürlichen Schädlingsbekämpfung helfen, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag „Nützlinge: Tierische Helfer“. Im Garten sind das insbesondere Arten, die Schädlinge fressen oder parasitieren, Pflanzen bestäuben oder zur Verbesserung des Bodens beitragen.

Die Bezeichnung „Nützling“ ist allerdings keine biologische Kategorie. Sie beschreibt das jeweilige Tier aus unserer menschlichen Perspektive.

Das lässt sich gut an der Wespe zeigen: Im Garten kann sie andere Insekten erbeuten und damit zur natürlichen Regulierung beitragen. Am gedeckten Kaffeetisch empfinden wir dasselbe Tier möglicherweise als Lästling.

Ein naturnaher Garten versucht deshalb nicht, möglichst wenige Tiere zu beherbergen. Vielmehr geht es darum, eine möglichst vielfältige Lebensgemeinschaft zu ermöglichen.

4. Welche Nützlinge helfen gegen Schädlinge?

Wer Blattläuse, Schnecken und andere unerwünschte Gartenbewohner reduzieren möchte, bekommt dabei Unterstützung aus der Natur.

Zu den hilfreichen Gartenbewohnern gehören unter anderem:

  • Marienkäfer und ihre Larven: Sie ernähren sich von Blattläusen. Ein Siebenpunkt-Marienkäfer kann täglich zahlreiche Blattläuse vertilgen.
  • Florfliegenlarven: Auch sie sind effektive Blattlausjäger.
  • Schwebfliegenlarven: Viele Arten ernähren sich im Larvenstadium von Blattläusen und anderen kleinen Insekten.
  • Schlupfwespen: Sie parasitieren andere Insekten und werden deshalb auch gezielt in der biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt.
  • Ohrwürmer: Sie ernähren sich unter anderem von Blattläusen und anderen kleinen Organismen.
  • Laufkäfer und Feuerkäfer: Verschiedene Arten können zur natürlichen Eindämmung von Schnecken beitragen.
  • Spinnen: Sie fangen zahlreiche Insekten und sind wichtige Räuber im Ökosystem Garten.
  • Vögel: Viele Singvögel ernähren sich beziehungsweise ihre Jungen von Raupen und Insekten.
  • Igel: Als Insektenfresser nehmen sie eine Vielzahl tierischer Nahrung auf.

Dabei sollte man Nützlinge nicht als biologisches „Schädlingsbekämpfungsmittel“ betrachten. Sie sind Bestandteil eines komplexen Ökosystems und benötigen selbst geeignete Lebensbedingungen.

5. Lockt ein naturnaher Garten nicht auch Schädlinge an?

Ein naturnaher Garten lockt vor allem eines an: Tiere.

Darunter befinden sich Arten, die wir als nützlich oder schön empfinden, ebenso wie Tiere, die aus menschlicher Sicht als Schädlinge oder Lästlinge gelten.

Entscheidend ist jedoch, dass ein vielfältiger Garten auch Lebensraum für deren natürliche Gegenspieler bietet. Wo beispielsweise Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen, Schlupfwespen, Spinnen und Vögel geeignete Lebensbedingungen vorfinden, können diese zur natürlichen Regulierung anderer Arten beitragen.

Das bedeutet nicht, dass es in einem naturnahen Garten keine Schädlinge gibt. Ziel ist vielmehr ein vielfältiges Ökosystem, in dem zahlreiche Arten miteinander in Wechselwirkung stehen.

6. Was bedroht Nützlinge und andere Gartentiere?

Viele typische Maßnahmen der modernen Gartengestaltung können Lebensräume verkleinern oder ganz beseitigen.

Intensive Gartenpflege: Häufiges Mähen und stark „aufgeräumte“ Gärten reduzieren Nahrungsquellen, Verstecke und Überwinterungsplätze.

Pestizide: Chemische Pflanzenschutzmittel können neben den eigentlich bekämpften Organismen auch nützliche Insekten beeinträchtigen.

Versiegelte Flächen: Terrassen, gepflasterte Bereiche und Garagenzufahrten verringern den verfügbaren Lebensraum. Davon können beispielsweise Wildbienen betroffen sein, die im Boden nisten.

Lichtverschmutzung: Künstliche Beleuchtung im Garten und an Gebäuden kann das Verhalten und die Orientierung nachtaktiver Insekten beeinflussen.

Auch ein scheinbar perfekt gepflegter Garten ist deshalb nicht zwangsläufig ein besonders tierfreundlicher Garten.

7. Wie kann ich Nützlinge im eigenen Garten fördern?

Für einen naturnäheren Garten ist keine komplette Umgestaltung notwendig. Schon einzelne Maßnahmen können zusätzliche Lebensräume schaffen.

Heimische Pflanzen verwenden

Heimische Wildpflanzen sind besonders wertvoll, weil viele heimische Tierarten an bestimmte Pflanzen angepasst sind. Eine abwechslungsreiche Mischung aus Blühpflanzen, Stauden, Sträuchern und Gehölzen bietet Nahrung und unterschiedliche Lebensräume.

Wilde Ecken zulassen

Nicht jeder Quadratmeter muss aufgeräumt sein. Laubhaufen, Totholz, alte Äste oder kleine Steinhaufen können Tieren als Versteck und Überwinterungsplatz dienen.

Weniger mähen

Wer Teilbereiche seines Rasens seltener mäht, ermöglicht dort die Entwicklung von Blüten und schafft zusätzliche Nahrungsangebote und Rückzugsräume.

Auf Pestizide verzichten

Damit sich natürliche Gegenspieler von Schädlingen entwickeln können, sollten diese nicht gleichzeitig durch Pflanzenschutzmittel beeinträchtigt werden. Eine vielfältige Lebensgemeinschaft kann zur natürlichen Regulierung beitragen.

Wasser anbieten

Eine Vogeltränke oder kleine Wasserstelle kann insbesondere während trockener und heißer Perioden eine wichtige Ergänzung des Lebensraums sein.

Nisthilfen und Insektenhotels gezielt einsetzen

Geeignete Nisthilfen können bestimmten Tierarten zusätzliche Möglichkeiten bieten. Sie ersetzen jedoch keinen vielfältigen Lebensraum mit Nahrung, heimischen Pflanzen und natürlichen Verstecken.

8. Kann auch ein Balkon zur Artenvielfalt beitragen?

Ja. Naturnähe ist keine Frage der Grundstücksgröße.

Auch auf einem Balkon können heimische Blühpflanzen Nahrung für Insekten bieten. Unterschiedlich blühende Pflanzen können dafür sorgen, dass über einen längeren Zeitraum Nektar und Pollen zur Verfügung stehen.

Eine kleine Wasserstelle und geeignete Versteck- oder Nistmöglichkeiten können das Angebot ergänzen.

Damit können selbst kleine Balkone zu kleinen Trittsteinen innerhalb eines dicht bebauten Stadtgebiets werden.

9. Naturnah gärtnern in Hamburg: kostenlose Beratung

Wer seinen Garten oder Balkon in Hamburg naturnäher gestalten möchte, kann sich auch beraten lassen.

MOIN STADTNATUR ist ein Projekt der Loki Schmidt Stiftung in Hamburg und wird von der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) gefördert. Das Team berät Hamburgerinnen und Hamburger dazu, wie Gärten und Balkone schrittweise naturnäher gestaltet werden können.

Das Angebot ist kostenlos und verpflichtet nicht zu einer anschließenden Umgestaltung. Voraussetzung ist, dass sich der Garten oder Balkon auf Hamburger Stadtgebiet befindet.

Nützlinge statt vorschneller Schädlingsbekämpfung

Nicht jedes Tier im Haus oder Garten ist automatisch ein Schädling. Und manche Arten, die uns zunächst unangenehm erscheinen, übernehmen wichtige Aufgaben im Ökosystem.

Bevor Tiere bekämpft werden, sollte deshalb zunächst geklärt werden, um welche Art es sich handelt und ob tatsächlich ein Schädlingsbefall vorliegt. Unsere IHK-geprüften Schädlingsbekämpfer unterstützen Sie bei der Bestimmung und fachgerechten Einschätzung von Schädlingen und Lästlingen sowie bei Bedarf mit professioneller Schädlingsbekämpfung in Hamburg und Umgebung.

Für alle Fragen rund um die Schädlingsbekämpfung erreichen Sie uns telefonisch unter 040 22858847 oder per E-Mail an schaedlingsbekaempfung@blatta.de. In dringenden Fällen steht Ihnen unser Notdienst auch sonn- und feiertags zur Verfügung. Unsere Einsätze erfolgen selbstverständlich diskret und unter Berücksichtigung der jeweiligen Situation vor Ort.