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Mehr Hitze, neue Schädlinge: Auswirkungen des Klimawandels auf Nordeuropa

Der Klimawandel verändert Temperaturen und Wetterlagen – und wirkt sich auf die Ökosysteme aus. Die IHK-geprüften Experten der Blatta GmbH erklären, was das für Schädlingspopulationen in Nordeuropa bedeutet

Klimawandel und Schädlinge: Steigende Temperaturen fördern die Ausbreitung neuer Schädlingsarten in Deutschland und Nordeuropa.

1. Warum reagieren Insekten besonders stark auf den Klimawandel?

Die meisten Insekten sind wechselwarme Organismen. Das heißt: Ihre Körpertemperatur, ihre Entwicklung, Fortpflanzung und Überlebensfähigkeit hängen direkt von der Umgebungstemperatur ab. Sie reagieren früh und empfindlich auf Klimaveränderungen. Wärmere Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster schaffen Bedingungen, die auch manchen Schädlingen zugutekommen.
1. Die milderen Temperaturen sorgen dafür, dass weniger Tiere im Winter erfrieren. Die natürliche Schädlingsbekämpfung durch Frost fällt weg. Die Populationen, die sich ab Frühjahr vermehren, sind größer als früher.
2. Die Tiere können zudem schon früher im Jahr aktiv werden und im Herbst länger aktiv bleiben. Viele Arten vermehren sich dadurch mehrfach in der Saison. Es wachsen mehrere Generationen pro Jahr heran.
3. Inzwischen können in nordeuropäischen Regionen Insekten heimisch werden, für die es vor einigen Jahren hier noch zu kalt war.
Zusammen führt das dazu, dass sich einerseits heimische Arten wie zum Beispiel der Borkenkäfer massenhaft vermehren und andererseits invasive Arten, die zuvor nur im wärmeren Süden vorkamen, nun auch in Nordeuropa geeignete Lebensbedingungen finden. Diese neuen Arten sind häufig noch schwerer für den Menschen zu kontrollieren, weil Erfahrungswerte fehlen.
 

2. Sind Insekten deshalb Profiteure des Klimawandels?

Nein. Der Klimawandel verschiebt die Jahreszeiten und Lebensräume. Diese Veränderungen produzieren einige Gewinner und mehr Verlierer. Richtig ist, dass manche Insektenarten neue Lebensräume finden und sich dort stärker vermehren können, zum Beispiel, weil natürliche Fressfeinde fehlen. Genauso verliert eine Vielzahl von Insekten aufgrund höherer Temperaturen und veränderter Vegetation ihren Lebensraum. Oder es werden ihnen enorme Anpassungsleistungen abgefordert, zum Beispiel, weil Pflanzen früher blühen, Zugvögel ein anderes Verhalten zeigen oder sie mit invasiven Arten konkurrieren müssen. In der Gesamtbilanz zeigt sich ein großer Verlust der Artenvielfalt: Weltweit nimmt die Zahl der Insekten dramatisch ab.

3. Entstehen neue Risiken für unsere Gesundheit?

Eine Folge der Klimakrise ist, dass Tiere bei uns einwandern, die tropische Krankheiten übertragen können. Ein Beispiel dafür ist die schwarz-weiß-gezeichnete Asiatische Tigermücke, eine potenzielle Überträgerin von Erregern wie Dengue-, Chikungunya- oder Zika-Viren, die zukünftig Probleme machen könnte. Noch ist das West-Nil-Virus in Deutschland der einzige bedeutsame, durch verschiedene Mückenarten übertragene Krankheitserreger, wobei auch in diesem Fall Infektionen immer noch verhältnismäßig selten sind. Langfristig dürfte die Gefahr jedoch zunehmen. Die in Deutschland heimischen Zecken stellen schon immer eine Gefahr für die Gesundheit der Menschen dar, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose sind die bekanntesten Krankheiten. Aufgrund der wärmeren Temperaturen (auch in den Wintermonaten) und der Trockenheit breitet sich die Zeckenfauna weiter in den kühleren Norden aus. Zudem ist es möglich, dass Zecken in Zukunft noch weitere Krankheiten übertragen können.

4. Wie kann ich mich schützen?

1. Jeder und jede kann zum Beispiel etwas dazu beitragen, die Ausbreitung der Tigermücke zu bremsen. Das Umweltbundesamt rät, Regentonnen im Garten verschlossen zu halten, damit diese nicht zur Brutstätte für die Tigermücke werden können. Vogeltränken am besten einmal in der Woche restlos leeren. Oder helfen Sie den Forschenden am Leibniz-Institut, das Citizen Science-Projekt „Mückenatlas“ zu verbessern. Sie sammeln und verschicken Mücken – die Forschenden werten sie aus. Mehr Information dazu aufhttps://mueckenatlas.com/.
2. Das Robert-Koch-Institut (RKI) informiert über Zecken-Risikogebiete. Da eine Impfung nur gegen FSME, nicht aber gegen Borreliose möglich ist, sollten Sie Zeckenstiche nach Möglichkeit vermeiden. Das hilft: Ziehen Sie sich beim Aufenthalt in möglichen Zecken-Gebieten feste Schuhe an. Bleiben Sie auf den Wegen und meiden Sie Unterholz und hohes Gras. Zuhause suchen Sie den Körper sorgfältig ab: Zecken bevorzugen als Saugstellen den Kopf, den Hals und den Haaransatz sowie Achseln und Kniekehlen. Mehr Infos: rki.de
3. Das Informationsportalklima-mensch-gesundheit.de des Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit informiert gut verständlich über Risiken und Schutzmaßnahmen.
4. Invasive Insektenarten, die sich aufgrund von wärmeren Temperaturen in Nordeuropa verbreiten können, werden häufig zunächst unabsichtlich mit international gehandelten Gütern importiert, beispielsweise in der Erde von Topfpflanzen. Achten Sie, soweit es möglich ist, auf die Herkunft von Produkten, die Sie kaufen.

5. Mit welchen Problemen haben Land- und Forstwirtschaft zu kämpfen?

Bauern und Forstwirte müssen sich auf neue Herausforderungen in der Schädlingsbekämpfung sowie auf Ernteverluste einstellen. Auch für Verbraucher und Verbraucherinnen wird das indirekt spürbar werden – etwa durch steigende Preise (Obst, Gemüse, Holz) oder dadurch, dass manche Sorten weniger verfügbar sind. Sowohl in der Forschung als auch in der Praxis wird intensiv daran gearbeitet, die Schäden zu begrenzen und die Anpassung an das veränderte Klima voranzutreiben, etwa durch die Entwicklung resistenter Pflanzenarten, das Monitoring von Schädlingspopulationen sowie die Förderung von natürlichen Feinden der Schädlinge.

6. Welche Auswirkungen hat das in Haus und Garten?

Die Zahl bestimmter Insekten scheint zuzunehmen und man kann immer mehr unbekannte Arten beobachten. Wer gärtnert, stellt fest, dass die Saison für den sommerlichen Schädlingsbefall früher im Jahr beginnt und länger andauert, Blattläuse kommen inzwischen bereits im zeitigen Frühjahr auf, Ameisen sind noch Herbst aktiv. Für Gartenbesitzer bedeutet das: Der Pflegeaufwand steigt und die Maßnahmen, um Befälle einzudämmen, müssen früher beginnen. Auch Gebäude können stärker belastet werden, etwa durch mehr Ameisen im Haus, mehr Insekten, die in Dämmungen oder Dachbereiche eindringen sowie aktivere Holzschädlingen.

7. Was können Haus- und Gartenbesitzer tun?

Im Garten: Die Bepflanzung ist im Garten entscheidend, heimische Wildarten sind die beste Wahl. Denn mit solchen Pflanzen kann ein Ökosystem entstehen, in dem Schädlingspopulationen durch Nützlinge auf natürliche Art und Weise dezimiert werden.
Am Haus: Ritzen und Zugänge sorgfältig abdichten, Feuchtigkeit durch gute Belüftung reduzieren und Monitoring betreiben, das heißt frühzeitig auf erste Anzeichen eines Befalls achten.
Die IHK-geprüften Fachleute der Blatta GmbH beraten Sie und lösen in der Metropolregion Hamburg verlässlich und professionell Ihre Probleme mit neu auftretenden Schädlingen. Kontaktieren Sie uns hierfür telefonisch (Tel.: 040-22858847) oder per E-Mail (schaedlingsbekaempfung@blatta.de).

8. Welche Schädlinge werden zukünftig häufiger oder neu auftreten? Eine Auswahl.

Zecken: Längere Aktivitätsphasen erhöhen das Risiko für Mensch und Tier. Zecken sind inzwischen fast ganzjährig aktiv und verbreiten sich jedes Jahr weiter gen Norden.
Borkenkäfer: Sie werden in verschiedener Hinsicht vom Klimawandel gefördert. Die Käfer können sich besser vermehren, gleichzeitig schwächen die warmen und trockenen Sommer die Bäume. Extremwetter wie Sturm oder Hagel sorgen zudem dafür, dass in den Wäldern Brutmaterial für die Käfer entsteht.
Wespen: Längere Sommer begünstigen bei manchen Arten große Völker und längere Aktivität.
Ameisen: Durch den Klimawandel besteht in Europa ein erhöhtes Risiko für die Ansiedlung gebietsfremder Ameisenarten. Rund 70 invasive Arten sind in der EU bereits bekannt, sie gelten als ernstzunehmendes Risiko für die heimische Biodiversität und Ökosysteme und können auch für Menschen eine Gesundheitsgefahr darstellen. In Stuttgart wurde im Sommer 2025 erstmals die Asiatische Nadelameise gesichtet, die als potenziell besonders schädliche invasive Art gilt.
Eichenprozessionsspinner: Der wärmeliebende Nachtfalter schädigt Bäume, vor allem Eichen, und kann mit seinen Haaren Hautreaktionen und Atemprobleme bei Mensch und Tier verursachen. Einst in Südeuropa heimisch, breitet er sich zunehmend in Richtung Norden aus.
Blattläuse: Sind inzwischen früher aktiv, länger präsent und oft schwerer zu kontrollieren. Blattläuse sind offenbar Nutznießer des Klimawandels. Das zeigt eine Auswertung des Julius Kühn-Instituts seit 1985.
Holzwürmer und andere Holzschädlinge: Steigende Temperaturen können die Entwicklungszyklen beschleunigen.
Invasive Arten, die sich in Nordeuropa immer stärker verbreiten: Kirschessigfliege, Asiatischer Marienkäfer, Japankäfer, Asiatische Hornisse, Marmorierte Baumwanze oder Grüne Reiswanze und verschiedene Stechmückenarten. 

Für alle Fragen rund um die Schädlingsbekämpfung in Hamburg und Umgebung stehen wir Ihnen gerne persönlich zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns hierfür telefonisch (Tel.: 040-22858847) oder per E-Mail (schaedlingsbekaempfung@blatta.de). Wir bieten Ihnen einen Notdienst, der in dringenden Fällen auch sonn- und feiertags für Sie im Einsatz ist. Jeder Einsatz unserer Teams erfolgt selbstverständlich vollkommen diskret und unter Berücksichtigung Ihrer individuellen Anforderungen. Auf Wunsch erhalten Sie weitere Informationen am Telefon oder persönlich durch unsere Schädlingsexperten. Diese stehen Ihnen außerdem für eine unverbindliche Beratung vor Ort zur Verfügung.