Kompostieren: Nachhaltigkeit, die sich lohnt

1. Was ist Kompost?
Einfach gesagt: Kompost ist natürlicher Dünger aus eigenen Abfällen. Kompostieren ist eine effektive Methode, biologische Abfälle direkt vor Ort sinnvoll zu verwerten. Statt Küchenreste und Gartenabfälle in der Biotonne zu entsorgen, können Verbraucherinnen und Verbraucher selbst im Garten aktiv werden. Die Arbeit übernehmen dabei Bakterien, Pilze, Würmer, Asseln und Käfer. Das Wort Kompost wird auf drei unterschiedliche Weisen benutzt. Kompost bezeichnet den Ort, an dem kompostiert wird, das Material, das hineingegeben wird und das Endprodukt. Kompost ist abgeleitet vom lateinischen „compositum“, übersetzt „das Zusammengestellte“.
2. Warum ist Kompostieren so sinnvoll?
Bessere Bodenqualität
Kompost wirkt wie eine Kur für den Gartenboden. Er erhöht den Humusgehalt, verbessert seine Fähigkeit Wasser und Nährstoffe zu speichern und fördert die Vielfalt der Bodenfauna. In den teils sandigen Böden Norddeutschlands sorgt Kompost für mehr Stabilität und fördert die Fruchtbarkeit.
Klimaschutz
Wer Kompost aus dem eigenen Garten verwendet, kauft im Gartencenter keinen Torf, dessen Abbau die für den Klimaschutz so wertvollen Moore zerstört.
Kreislaufwirtschaft im Kleinen
Kompostieren ist ein Schritt in Richtung Nachhaltigkeit: Abfälle werden zum wertvollen (und kostenlosen) Rohstoff, der im eigenen Garten verwendet werden kann.
3. Wo ist der beste Platz für einen Komposthaufen?
Der richtige Standort entscheidet maßgeblich über die Qualität des Kompostes.
- Halbschattig bis schattig: Direkte Sonne trocknet den Kompost zu stark aus, während ständiger Schatten den Verrottungsprozess verlangsamt. Ein guter Standort für einen Kompost ist im Halbschatten von Bäumen.
- Auf dem richtigen Boden: Ein Kompost benötigt Erde als Untergrund, da nur so Regenwürmer und andere Kleinstlebewesen ihren Weg in den Kompost finden. Nicht geeignet sind Steinböden oder Beton.
- Windgeschützt: Zwischen Hecken und Büschen werden Laub oder Rasenschnitt nicht so leicht verweht. Und der Kompost ist vor Zugluft geschützt, die ihn kühlt und austrocknet.
- Gut zugänglich: Der Weg von der Küche bis zum Kompost sollte nicht zu weit sein, damit er regelmäßig genutzt wird.
4. Kann ich auch auf dem Balkon einen Kompost einrichten?
Das ist möglich – zumindest im kleinen Format. Dazu funktionieren Sie mit einigen Handgriffen einen Kompostbehälter um, der eigentlich für die Küche gedacht ist. Entsprechende Bauanleitungen finden Sie im Internet. Das Grundprinzip ist ansonsten genauso wie bei einem Kompost im Garten. Im Angebot sind des Weiteren Wurmkomposter und Bokashi-Eimer. Bei Ersterem zersetzen Würmer in mehreren übereinander gestapelten Schalen das organische Material. In einem Bokashi-Eimer wiederum wird der Bioabfall nicht kompostiert, sondern in einem luftdichten Behälter mithilfe von Mikroorganismen fermentiert. Dabei werden die Nährstoffe besonders gut erhalten. Das japanische Wort Bokashi heißt übersetzt so viel wie „fermentiertes Allerlei“.
5. Was gehört auf den Kompost – und was nicht?
Die Qualität des Kompostes steht und fällt mit den Materialien, die hineingegeben werden. Es gibt zwei Faustregeln. Erstens: Nur organisches Material. Zweitens: Je vielfältiger die Mischung ist, desto besser verläuft der Rotteprozess und desto wertvoller wird der Kompost am Ende.
Gut geeignet
- Gemüse- und Obstreste (Schalen von Südfrüchten in Maßen.)
- Kaffee- und Teefilter
- Eierschalen (zerkleinert)
- Pflanzenreste und Schnittgut
- Laub (Leicht kompostierbar sind zum Beispiel Blätter von Obstbäumen, Ahorn und Linden. Das Laub von Eichen, Kastanien, Buchen und Birken verrottet schlechter, hier kann der Zusatz von Kalk helfen.)
- Rasenschnitt (am besten nur welker Rasenschnitt in einer dünnen Schicht oder vermischt mit anderen strukturreichen Materialien, wie zum Beispiel Laub oder Heckenschnitt)
- Kleinere Mengen Papier (ungebleicht)
- Holzhäcksel oder Strauchschnitt zum Strukturaufbau
Wenn auf dem Komposthaufen vielfältige Küchen- und Gartenabfälle landen, sind normalerweise keine weiteren Zusätze nötig. Entscheidend für das gute Ergebnis ist zudem eine gute Mischung aus groben und feinen, harten und weichen Stoffen.
Nicht geeignet für den Kompost
- Gekochte Speisen aller Art, Fleisch, Fisch und Brot
- Milchprodukte wie Käse oder Quark
- Fette und Speiseöle
- Kranke Pflanzen oder solche mit Pilzbefall (besser: Biotonne)
- Neophyten wie Beifuß-Ambrosia, Herkulesstaude oder Riesen-Bärenklau (besser: Biotonne oder Restmüll)
- Katzen- oder Hundekot
- Staubsaugerbeutel, Asche, behandeltes Holz
- Schimmlige Lebensmittel, die potenziell gesundheitsgefährdende Schimmelpilze enthalten können
6. Wie baue ich einen Kompost richtig auf?
Der Rottevorgang ist ein biologischer Prozess. Damit dieser erfolgreich verläuft, ist es wichtig, die Lebensbedingungen der an der Rotte beteiligten Mikroorganismen zu fördern. Wichtig ist ein ausgewogenes Verhältnis aus Feuchtigkeit, Sauerstoff und Struktur.
Schichten aufbauen:
Zuunterst sollte eine Schicht aus grobem Material wie Zweigen oder Holzresten liegen. Das verbessert die Durchlüftung des Kompostes. Darauf folgen wechselnde Schichten aus noch feuchtem Material (zum Beispiel Rasenschnitt oder Küchenreste) und trockenerem Material wie Laub oder Sägespäne. Diese Mischung verhindert Fäulnis und beschleunigt die Rotte.
Feuchtigkeit regulieren:
Der Kompost sollte sich anfühlen wie ein ausgewrungener Schwamm – also leicht feucht, aber nicht nass.
Ist er zu trocken, gehen viele Mikroorganismen in eine Ruhephase über, so dass der Verrottungsprozess stockt. Wenn es längere Zeit nicht regnet, sollten die Gartenabfälle gut angefeuchtet werden. Ist der Haufen zu nass, wird er nicht mehr gut durchlüftet. Dadurch wird die Aktivität der luftliebenden Organismen behindert. Bei starken oder andauernden Regenfällen ist es daher sinnvoll, den Komposthaufen abzudecken.
Regelmäßig umsetzen:
Alle paar Monate sollte der Kompost umgesetzt werden, damit Sauerstoff hineinkommt und die Rotte gleichmäßig verläuft.
7. Welche Risiken birgt ein Kompost?
Rattenbefall – eine vermeidbare Gefahr
Ratten fühlen sich von Gerüchen und leicht zugänglichen Nahrungsquellen angezogen. Ein ungepflegter Kompost kann sie anlocken. Um einem Befall vorzubeugen, sollten Sie ...
auf keinen Fall gekochte Speisen oder Fleisch- oder Fischabfälle auf den Kompost werfen
Komposter mit einem engem Gittern verwenden, damit Ratten nicht so leicht eindringen können
den Kompost regelmäßig pflegen und die Schichten gut mischen
die Umgebung rund um den Kompost sauber halten
Die IHK-geprüften Fachleute der Blatta GmbH beraten Sie und lösen in der Metropolregion Hamburg verlässlich und professionell Ihre Probleme mit Ratten. Kontaktieren Sie uns hierfür telefonisch (Tel.: 040-22858847) oder per E-Mail (schaedlingsbekaempfung@blatta.de)
Geruchsbildung
Ein gut verrottender Kompost riecht nach frischer Walderde. Wird der Komposthaufen jedoch nicht genug durchlüftet, fangen die Abfälle an zu faulen, es entstehen unangenehme Gerüche. Bakterien bilden übelriechende Gase, Ammoniak und Schwefelwasserstoff, es kann das klimaschädliche Gas Methan freigesetzt werden. Für Abhilfe sorgen mehr Strukturmaterial, regelmäßiges Umsetzen, geringere Feuchtigkeit und die richtige Materialmischung
Ungeziefer
Viele Tiere im Kompost sind nützlich – Regenwürmer, Asseln oder Springschwänze fördern die Zersetzung. Unerwünscht sind Schädlinge wie Maden und Engerlinge. Ursache für einen Befall ist vor allem zu viel Feuchtigkeit. Abdecken reduziert das Risiko. Mit Kalk und Kieselerde können Sie die unliebsamen Bewohner bekämpfen.
Schimmel
Ein leichter weißer Schimmelbelag auf dem Komposthaufen ist unbedenklich und Teil des Rotteprozesses. Massiver Schimmel deutet dagegen auf Ungleichgewicht hin – meist Feuchtigkeitsprobleme oder zu viel grünes Material.
8. Wann ist Kompost reif?
Reifer Kompost riecht angenehm erdig, ist dunkel und krümelig und lässt die ursprünglichen Abfälle kaum noch erkennen. Je nach Jahreszeit und Art des Komposters (Thermokomposter arbeiten deutlich schneller) dauert es drei bis zwölf Monate, bis er einsatzbereit ist. In dem gemäßigten Klima Norddeutschlands verläuft die Rotte meist zuverlässig, in den kühlen Monaten etwas langsamer. Das Umweltbundesamt empfiehlt vor der Verwendung des Kompostes den sogenannten Kresse-Test, um dessen Reife und Pflanzenverträglichkeit zu prüfen. So funktioniert er:
Mischen: Sie vermengen eine Handvoll Kompost und Gartenerde, füllen den Mix in ein kleines Gefäß und feuchten ihn mit etwas Wasser an.
Aussähen: Sie sähen Kressesamen darauf auf dem Gemisch aus, decken es mit Klarsichtfolie ab und stellen das Gefäß bis zum Keimen der Samen an einen hellen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung.
Beobachten: Keimen nach etwa einer Woche viele Samen und wachsen die Keimlinge zügig ohne braune oder gelbe Verfärbung weiter, dann ist der Kompost reif und pflanzenverträglich. Wachsen die Keimlinge jedoch nur zögerlich oder verfärben sich deren Blättchen, ist der Kompost noch zu frisch und sollte nicht als Blumenerde verwendet werden, sondern nur als Mulch oder zur Bodenverbesserung.
So verwenden Sie den Kompost im Garten
Kompost sollte nur während der Vegetationsperiode im Frühjahr und Sommer ausgebracht werden. In dieser Zeit nehmen Pflanzen Nährstoffe am besten auf und können die Kompostgabe gut nutzen.
Beete: als Bodenverbesserer einmischen (Hierfür ist auch Frischkompost geeignet, also zirka 3 bis 4 Monaten angerotteteter Kompost.)
Rasen: dünn ausstreuen und leicht einharken
Pflanzlöcher: mit Gartenerde mischen, niemals pur verwenden
Mehr Infos:
Beim Umweltbundesamt können Sie kostenlos die ausführliche „Kompost-Fiebel. Richtig kompostieren – Tipps und Hinweise“ bestellen oder als PDF runterladen, umweltbundesamt.de

